Bohrungen und Ausschnitte im Glas – das müssen Sie wissen
Von Glassysteme Weber KG (GlasLeo) · Fachlich geprüft · Stand: 23.07.2026
Bohrungen und Ausschnitte werden vor dem Vorspannen in die Scheibe gearbeitet – bei ESG, TVG und VSG aus diesen Gläsern ist nachträgliches Bohren unmöglich (die Scheibe würde zerspringen). Position und Durchmesser müssen deshalb bei der Bestellung feststehen. Im GlasLeo-Konfigurator tragen Sie Bohrungen einfach mit Maßangabe ein; Mindestabstände zu Kante und Ecke werden dabei geprüft.
Warum nachträglich nichts mehr geht
Beim Vorspannen entsteht in der Glasoberfläche eine Druck- und im Kern eine Zugspannungszone. Jede Bearbeitung, die in diese Zone eindringt – Bohren, Schneiden, größere Schleifarbeiten – lässt die Scheibe schlagartig zerspringen. Deshalb gilt: Erst planen, dann fertigen. Alle Bohrungen, Ausschnitte und Eckabschnitte werden vor der thermischen Behandlung eingebracht und sind danach dauerhaft spannungsfest verarbeitet.
Wofür braucht man Bohrungen?
- Punkthalter an Ganzglasgeländern und Fassadenelementen
- Beschläge an Glastüren und Duschen (Scharniere, Griffe)
- Durchführungen für Kabel, Armaturen oder Abläufe
- Steckdosen-Ausschnitte in Küchenrückwänden
Mindestabstände einhalten
Damit die Vorspannung die Bohrung sicher umschließt, gelten Regeln aus der Fertigungspraxis: Der Bohrungsdurchmesser soll mindestens der Glasdicke entsprechen, und zwischen Bohrungsrand und Glaskante bzw. Ecke ist ein Mindestabstand (abhängig von Glasdicke und Durchmesser) erforderlich. Der Konfigurator prüft Ihre Eingaben automatisch – unzulässige Positionen werden gar nicht erst angenommen. Bei Sonderfällen prüfen wir Ihre Skizze gern individuell.
So bestellen Sie richtig
Maße immer vom Bohrungsmittelpunkt aus angeben, bezogen auf zwei Bezugskanten (z. B. von links und von unten). Bei mehreren Bohrungen hilft eine einfache Skizze – diese können Sie der Bestellung beifügen oder vorab zur Machbarkeitsprüfung senden.
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